Hintergrund

Wir haben im Jahr 2005 in St. Gilgen am Wolfgangsee, zurückgreifend auf eine Idee aus dem Jahr 2002, Ebner-Eschenbachtage veranstaltet und ermutigt durch das positive Publikumsecho beschlossen, jährlich ein Ebner-Eschenbach Symposium zu veranstalten.
Schon in den letzten fünf Jahren kamen fächerübergreifend Referenten aus verschiedenen Disziplinen zu Wort und auch heuer ist es uns wieder gelungen, sehr interessante Mitwirkende zu gewinnen.

Motto: Gier und ökonomische Ethik: „Dem einen die Brezel, dem andern das Loch in der Brezel, das ist des Kapitalismus Rätsel“ (Wladimir Majakowskij).

Die Wirtschaftskrise, heißt es, sei noch lange nicht vorbei, und es ist viel von unverantwortlicher Gier und von Ungleichverteilung der Güter die Rede. Die ganze Welt steht vor den Trümmern einer fixen Idee: der Vorstellung vom ewigen Wachstum der Wirtschaft. Führende Köpfe der neoliberalen Weltwirtschaft, die systematisch mitgeholfen haben, Geld von realen Werten abzukoppeln, die per Mausklick Milliarden verschoben haben, ohne irgendeinen realen Wert zu schaffen, stehen ratlos da. Lehrbücher erwiesen sich als falsch und Nobelpreisträger sind entzaubert. Auch wir wollen einen Beitrag zum Thema „Gier und ökonomische Ethik“ leisten und die Frage stellen, ob, und wenn ja, welche Alternativen es zur herrschenden Wirtschaftsphilosophie gibt. Ausschließlich die Finanzmakler anzuprangern würde der Problematik nicht gerecht werden. Tatsächlich hat eine Mehrzahl der Menschen in reichen Ländern für Jahrzehnte über ihre Verhältnisse auf Kosten der Natur und der Zukunft gelebt und gedankenlos konsumiert. Das größte Problem ist heute wohl, dass Wirtschaft und Politik teilweise noch nicht begriffen haben, dass ein fundamentaler Richtungswechsel stattfinden muss. In der zinsgetriebenen Geldwirtschaft des profitorientierten Kapitalismus ist das Ende des Wachstums nach wie vor undenkbar. Wir aber brauchen neue Antworten auf die Frage, wie ist ein menschenwürdiges, ökologisch verträgliches Leben für alle Erdbewohner möglich?

Der Gouverneur der Nationalbank wird alternative Wirtschaftssysteme vorstellen, ein Historiker wird über die Geschichte der Spekulation und ein Völkerkundler über die Chaostheorie referieren. Auch ein Kabarettist wird sich mit dem Thema Gier befassen. Marie von Ebner Eschenbachs Novelle “Die Kapitalistinnen“ wird in der Lesung zu hören sein. Da im Vorjahr eine sehr lebhafte Diskussion stattgefunden hat, wollen wir heuer am zweiten Tag eine große Diskussionsrunde mit allen Vortragenden abhalten. Natürlich wird auch wieder Musikalisches und Kulinarisches und ein passender Film geboten werden.
Davor, danach und dazwischen bieten wir wie immer Kulinarisches und Musik.

Wie jedes Jahr bitten wir alle, die unser Symposium inzwischen schätzen gelernt haben, um Unterstützung durch Geld- oder Sachspenden beziehungsweise durch Ihr zahlreiches Kommen.

Unsere Sponsoren werden wieder im Tagesprogramm mit Dank erwähnt.

St. Gilgner Ebner-Eschenbach Symposium 2008
Karten: Tourismusverband St. Gilgen 06227 / 23480
Bankverbindung: RLB NÖ-Wien, BLZ 32000, Kto. Nr. 6834972

Organisation:
Dr. Margret Frisch
Mag. Myriam Dallmann
Theresia Geier
Mag. Evelin Riedl

Wolfgangsee Literatur, 3. & 4. September 2010: "Trailer Spezial" - Frank Hoffmann zu Gast an Wolfgangsee